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Wenn es darum geht, was man nach der Schule machen möchte, gibt es nur 2 Typen – Diejenigen, die schon genau Bescheid wissen wohin die Reise gehen soll und diejenigen, die nur wissen, dass eine Pause dringend notwendig ist. 

Ich selbst gehörte zur zweiten Sorte und kann alle nur bewundern, die sich mit 18 schon sicher sind, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. 

Daran kann ich selbst heute noch zweifeln. 

Statt anzufangen zu studieren, beschloss ich, mich auf den Weg ans andere Ende der Welt zu machen. 

Sollte es dir ähnlich gehen, sind hier meine 7 Gründe warum Work and Travel nach der Schule eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.

Den Alltag auf Pause stellen und im Hier und Jetzt ankommen

Work and Travel, Sonnenuntergang, Hafen

Nach 12 Jahren Schule war mir klar, dass ich definitiv ein Jahr Pause machen möchte. Das allein war für mich Ansporn genug, die Zeit durchzustehen und mein Bestes zu geben. 

In unserer Gesellschaft wird schon in der Schulzeit viel von uns erwartet. Uns wird beigebracht, dass unsere Abschlussnote den Lauf unseres weiteren Lebens bedeutend beeinflussen werde.

Mittlerweile kann ich sagen, dass deine Note, außer für die Bewerbung um den Studien- oder Ausbildungsplatz, keinerlei Bedeutung haben wird. Ebenso verbaut dir eine „schlechte“ Abschlussnote definitiv nicht dein Leben. 

Möchtest du etwas unbedingt erreichen, gibt es einen Weg. Vielleicht wird er länger sein, aber er ist auf jeden Fall da. 

Eben diesem Strudel wollte ich nach meinem Abschluss entkommen. Ich selbst stelle nach wie vor gerne hohe Anforderungen an mich. Eine Tatsache von der ich wusste, dass sie mich kaputt machen würde, wenn ich nicht lerne sie auf ein gesundes Maß runterzuschrauben.

Ebenso war ich mir sicher, dass mir dies nicht gelingen würde, sollte ich in Deutschland bleiben.

Ich brauchte die Möglichkeit einmal komplett abzuschalten und mich auf andere Dinge einzulassen. Genau das habe ich dank Work and Travel erleben können.

Wirklich selbstständig werden

Eine Sache von der mein 18-Jähriges Ich überzeugt war und worüber ich im Nachhinein nur lachen kann? – Dass ich perfekt in der Lage gewesen wäre, mich in einer unbekannten Stadt zurecht zu finden.

Es ist eine Sache zu Hause für die Familie zu kochen, mal die Wäsche zu waschen oder zu putzen. Eine ganz andere ist es, das eigene Geld zu managen, für sich selbst zu sorgen und seine Trips komplett alleine zu planen. 

Mit 18 war ich mir sicher, dass ich selbstständig bin. Ein Jahr später wusste ich, dass ich davon noch meilenweit entfernt war.

Meine Work and Travel-Zeit hat mir enorm dabei geholfen, mein Einleben in Leipzig ohne große Stolpersteine zu absolvieren. Schließlich sollte das, was im Ausland möglich war, auch in Deutschland funktionieren.

Du lernst nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen

Noch dankbarer bin ich aber dafür, dass ich gelernt habe, dass es nicht immer sinnvoll ist an der eigenen Meinung festzuhalten.

Früher hieß es: Bin ich mir einmal sicher, gibt es kein aber. 

Mit dieser Einstellung wäre ich im WG-Leben dramatisch gescheitert. 

Natürlich kannst du das auch im Laufe deines Studiums oder deiner Ausbildung lernen, allerdings ist der Wurf ins kalte Wasser, wie ich ihn dank meiner Work and Travel-Erfahrung erleben durfte, um einiges schneller und wahrscheinlich effektiver. Nebenbei machst du dir damit auch nicht das Leben in deiner WG schwer.

Bist du auch eher stur, kann ich dir Work and Travel wärmstens empfehlen, um kompromissbereiter zu werden. Ich habe es bisher kein Stück bereut.

Warum du keine Angst haben musst, neue Menschen kennenzulernen

Je nachdem ob du alleine oder mit mehreren reist, wirst du früher oder später darauf angewiesen sein Unbekannte anzusprechen. Dabei ist dies etwas, was viele von uns lieber vermeiden. 

Gerade der Beginn eines Gesprächs kann sehr unangenehm sein. Umso besser, wenn du dich selbst in eine Lage bringst, in der die gar keine andere Möglichkeit bleibt.

Das Gute? Du wirst nirgendwo so schnell neue Leute kennenlernen können, wie in den „Work and Travel Destinations“. Wirklich jeder mit dem ich gesprochen habe, war freundlich und nicht abgeneigt ein Gespräch zu führen.

Zwar würde ich nicht sagen, dass ich in meiner Schulzeit überhaupt nicht bereit war Gespräche mit fremden Leuten anzufangen, allerdings gab es ungefähr tausend Dinge, die ich lieber gemacht hätte.

Dank meiner Reise macht es mir mittlerweile (teilweise) sogar Spaß. Und nebenbei wirst du darüber staunen, was für interessante Geschichten einige Menschen haben. 

Ebenso bist du damit bestens ausgestattet, um dein Leben in einer Stadt zu beginnen, in der du (vielleicht) niemanden kennst. Und im späteren Berufsleben wird dir diese Fähigkeit auch nur Vorteile einbringen. 

Endlich deine Fremdsprachenkenntnisse aufbauen oder verbessern 

Sollte das dein Ziel in deiner Work and Travel-Zeit sein, würde ich dir empfehlen, alleine zu reisen.

Besonders in den Gebieten, in denen sich viele Deutsche tummeln, aka Neuseeland und Australien, wirst du öfter die Möglichkeit haben Deutsch zu sprechen, als dir lieb ist. Auch stehen deine Chancen dort nicht schlecht, dass du auf der Straße einfach auf deutsch angesprochen wirst. Und ja, es ist nicht ungewöhnlich, dass das funktioniert.

Ich selber war mit einer Freundin unterwegs und wir haben untereinander natürlich deutsch geredet. Was uns bei unserem Englisch geholfen hat, war Woofing. Dabei arbeitest du gegen Kost und Logie bei einheimischen Familien. 

Solltest du das nicht wollen, mache dich darauf gefasst, dass du in vielen Ländern nicht nur die entsprechende Sprache sprechen wirst.

Werde Meister von Zeitmanagement und Organisation

Zwei Fähigkeiten, die in der Schule von Vorteil sind und die du dank Work and Travel perfektionieren kannst, sind Zeitmanagement und Organisation. 

Sei es nur die Tatsache, den Bus zum nächsten Ziel zu bekommen oder das Retournieren eines Ausflugs, weil es überraschend angefangen hat, in Fluten zu regnen. Während deiner Reise liegt es an dir sicherzustellen, dass alles klappt. 

Zwar kann das gerade am Anfang mehr Zeit einnehmen und manchmal zum Haare raufen einladen (besonders für unsere ganz spontanen Zeitgenossen), aber den Dreh hast du schnell raus – versprochen. 

Und einmal erlernt, kommt es dir in jeder Lebenslage zu Gute. Nichts wird dir deinen späteren Alltag so sehr erleichtern wie gutes Zeitmanagement und eine grundlegende Organisation.

Last Minute Ausflüge? – Ab jetzt bist du dabei

Eine Sache die wir Deutschen super beherrschen? – Pläne machen für Dinge, die keinen Plan brauchen. 

Auch eine Sache über die ich heute nur den Kopf schütteln kann, die mein 18-Jähriges Ich aber mit Begeisterung gemacht und fehlerfrei beherrscht hat. 

Solltest du ebenfalls mit Vorliebe deinen ganzen Tag durchplanen, dann bietet sich dir so die Möglichkeit dem zu entkommen.

Gibt es eine Sache, die ich im Nachhinein bereue dann, dass wir zu Beginn unserer Reise zu viel geplant hatten. Gerade die spontanen Sachen sind die, die am meisten in Erinnerung geblieben sind. Und oftmals den größten Spaß mit sich brachten. 

Genauso kannst du einige Dinge auf deiner Reise nicht beherrschen und dich gezwungen sehen umzuplanen. Und egal wie ärgerlich das sein kann, bist du spontan, kannst du auch aus diesen Situationen tolle Erinnerungen zaubern.

Zum Schluss

Es gibt einen Grund, warum sich immer mehr junge Menschen für Work and Travel entscheiden. Solltest du mit dem Gedanken gespielt haben oder noch gar keine Ahnung haben, was der Schule folgen soll, dann kann ich nur sagen – Wage den Schritt.

Du wirst nicht nur unvergessliche Erinnerungen sammeln, sondern auch selber davon profitieren.

Nirgendwo lernst du dich selbst besser kennen!

Bis dahin,

Pauline 

Kategorien: Uni-AlltagBlog

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