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Die Schule ist geschafft und vor dir liegt eine Welt voller neuer Möglichkeiten. Egal ob Ausbildung, Studium oder Ausland, ab jetzt wird dich keiner mehr stoppen. Oh Moment, ich glaube, da vorne kommt ein Sturm auf uns zu.

So leicht ist der Einstieg in die neue Freiheit wohl doch nicht. Eine der wichtigsten Herausforderungen? – Die erste Wohnung oder WG.

Inhalt

WG oder alleine wohnen?

Zu Beginn deines neuen Lebensabschnitts stehst du gleich vor einer bedeutenden Entscheidung: Willst du in eine eigene Wohnung oder eine WG ziehen?

Ich habe die letzten zwei Jahre in einer WG gelebt und bin vor Kurzem in eine eigene Wohnung umgezogen. Hier also meine Punkte, die für eine WG oder eine eigene Wohnung sprechen:

Willkommen im kunterbunten Leben der WG

Beginnen wir mit der sozialen Variante, der WG. Ich habe mich damals dafür entschieden, weil ich allein in eine neue Stadt gezogen bin. Von Schwerin ging es für mich nach Leipzig. Hieß übersetzt, keine spontanen Heimatbesuche und ein Großteil meiner Freunde lebte nun in Rostock, was sogar noch weiter weg war. Kurzum, mir war es wichtig, gleich zu Beginn Leute zu haben, mit denen ich was machen konnte und dir mir bestenfalls die Stadt und Leute zeigen konnten. Allein wohnen kam also nicht in Frage.

WG; Freunde; sozial

In meinen zwei Jahren hatte ich dann genügend Zeit die guten und schlechten Seiten des WG-Lebens kennenzulernen. Auf der einen Seite habe ich in meinen ehemaligen WG-Mitbewohnern interessante Persönlichkeiten gefunden und für einen gewissen Zeitraum sogar Freunde. Von Clubbesuchen über Koch-/Filmabende bis hin zu Ausflügen, wir haben viel zusammen erlebt. Auf der anderen Seite blieben Spannungen nicht aus, insbesondere bezüglich des Putzplans. Am Ende waren wir dann doch zu unterschiedlich.

Würde man mich fragen, ob ich dennoch zunächst wieder in die WG ziehen würde, wäre meine Antwort ganz klar ja. Lustigerweise hatte ich nicht nur einige der tollsten Erinnerungen in dieser Zeit, sondern konnte mich auch menschlich weiterentwickeln. Ohne Ruhe und Gelassenheit wäre um Einiges früher Schluss gewesen.

Am Ende habe ich mich aber nicht für eine neue WG entschieden. Wieso?

Ruhe, eigene Regeln und „absolute“ Freiheit – die eigene Wohnung

Ich habe lange überlegt, ob ich in eine neue WG ziehen sollte oder in eine eigene Wohnung. Am Ende gewann die eigene Wohnung.

Eine eigene Wohnung bietet nicht nur Ruhe, sondern auch die Freiheit nach seinen eigenen Regeln zu leben, solange diese nicht gegen die Hausordnung verstoßen 😉

Ebenso waren bei meinem Auszug die Spannungen zu groß und ich wollte nicht Gefahr laufen, dieses Problem bei meiner Examsvorbereitung zu haben (hier ist man so schon genug gestresst und einmal schneller auf 180). Um also andere vor meinem gestressten Ich und mich vor Extra-Stress zu schützen, legte ich die WG-Idee auf Eis.

Nach meinen ersten Wochen in der eigenen Wohnung kann ich sagen, dass diese Art des Lebens nichts für mich gewesen wäre, wenn ich nicht meinen jetzigen Freundeskreis hätte. Ich ziehe meine Energie aus sozialen Kontakten und auch wenn ich meine Ruhe genieße, kann ich nicht mehrere Tage allein sein. Meine Freunde kommen also regelmäßig vorbei 😉

Also WG oder eigene Wohnung?

Zusammengefasst, wann WG und wann allein leben?

WG oder allein wohnen; WG; eigene Wohnung

Worauf bei der ersten WG achten?

Welche Kriterien sollten bei deiner WG-Wahl im Mittelpunkt stehen?

Vorne mit dabei ist klar die Lage. Auch wenn diese schnell in den Hintergrund rücken kann, wirst du dich freuen, wenn deine zukünftige WG zumindest in der Nähe des gesellschaftlichen Lebens und deiner Uni oder Arbeitsstätte liegt. Gleiches gilt für Einkaufsmöglichkeiten und Nahverkehrsanbindungen. Glaube mir, das Leben ist um einiges leichter, wenn du nicht durch die halbe Stadt touren musst oder deine Einkaufstaschen 20min trägst, nur weil dir die Lage anfangs egal war.

Daneben solltest du auch auf die Miete achten. Und Achtung, gerne im Verhältnis zur Größe deines Zimmers und der Wohnung. 10qm klingen zunächst ausreichend, können am Ende aber zu klein für die eigenen Vorstellungen sein.

Darüber hinaus lohnt ein Blick auf die Ausstattung. In einer WG ohne Geschirrspüler lässt es sich trotzdem gut leben, die Anschaffung einer Waschmaschine kann dagegen schon ärgerlicher sein. Ebenso hilft ein Aufzug, wenn du in den oberen Stockwerken wohnst. Der Umzug wird dadurch auch nicht schwerer 😉

Am wichtigsten sind allerdings deine neuen Mitbewohner und der Umgang mit ihnen. Die tollste WG bringt nichts, wenn du dich in ihr nicht wohlfühlst.

Die zwei großen Arten von WGs

Grob können WGs in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die Zweck-WG und die, ich nenne es mal, „WG-WG“.

Möchtest du mit deinen neuen Mitbewohnern:innen auch etwas unternehmen, dann wird die Zweck-WG nichts für dich sein.

Die meisten Zweck-WGs sind wirklich nur darauf ausgerichtet, die Miete gering zu halten, indem die Wohnung mit weiteren Leuten geteilt wird. Ansonsten lebt jeder sein eigenes Leben. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel 😉

Das Gegenteil bildet die „WG-WG“. Hier steht das gemeinsame WG-Leben im Mittelpunkt. Man möchte also gerade etwas zusammen unternehmen und erleben.

Je nachdem was für ein Typ du bist, solltest du darauf achten, in was für einer WG du landest. Viele schreiben bei den Suchanzeigen auch rein, um welches Modell es sich handelt.

Doch wo findest du deine (erste) WG?

Seiten, um deine WG zu finden

Du hast eine Vorstellung davon, wie deine zukünftige WG sein soll? Super, aber wo kannst du sie jetzt finden?

Eine Möglichkeit ist Ebay-Kleinanzeigen. Ja, ich war selbst überrascht, als mir das erzählt wurde. Persönlich habe ich keine Erfahrungen über diese Plattform gemacht, weshalb ich keine weiteren Ausführungen dazu machen werde. Ob eine WG für dich dabei ist, hängt höchstwahrscheinlich stark von deiner Stadt ab.

Bekannter ist die zweite Variante: Eine Wohnung suchen und selbst gründen. Hierbei besteht die Möglichkeit, dass du dich allein ins Abenteuer stürzt und später deine neuen Mitbewohner suchst oder zusammen mit Freunden den Wohnungsmarkt unsicher machst. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten, die neu gründen, dies mit Freunden tun. Liegt vielleicht auch daran, dass es gar nicht so einfach ist, eine (passende) Wohnung zu finden. Für die Wohnungssuche musst du auf jeden Fall einiges an Ausdauer mitbringen und ein schnelles Händchen, wenn es um die Kontaktaufnahme bei neuen Angeboten geht. Gleichzeitig solltest du dich darauf einstellen, dass nicht alle Vermieter eine WG in der Wohnung haben wollen. Die Wohnungssuche selbst kann über die bekannten Seiten erfolgen, wie beispielsweise Ebay, Immo Scout oder ähnliche.

Startseite von WG Gesucht

Ich bin damals den Weg über „WG Gesucht“ gegangen. Der Prozess dort ist vergleichsweise leicht. Du kannst und solltest ein eigenes Profil erstellen, in welchem du dich vorstellst und WICHTIG deine Vorstellungen bezüglich einer zukünftigen WG anteaserst. Und auch wenn man darüber streiten kann, (sympathische) Fotos helfen ungemein.

Hast du dein eigenes Profil erstellt, kannst du dich auf die Suche nach passenden Anzeigen machen. Beim Anschreiben schadet es nicht, dich noch einmal kurz vorzustellen, indem du die wichtigsten Kernpunkte zu deiner Person nennst. Glaube mir, als Mitbewohner-Suchende/er bist du froh, nicht extra nochmal das Profil durchzuschauen. Gerade zum Semesterstart kommen mehr Anfragen rein, als durchgeschaut werden könnten.

Gleichzeitig kannst du von „WGs“ angeschrieben werden. Nach meiner Erfahrung wollen einige, dass du dich nochmals kurz per Text vorstellst. Andere schlagen dir bei Interesse sofort einen Termin zur Besichtigung und zum Kennenlernen vor.

Hast du den Termin vereinbart, geht es in die nächste Runde – das WG-Casting.

Tipps für das WG-Casting

Ich habe sowohl auf Seite des Suchenden als auch des Anbietenden gestanden. Da bleibt es nicht aus, dass mir einige Dinge aufgefallen sind, die dir dein Casting erleichtern könnten. Hier also meine Tipps:

  • Verstelle dich nicht! Ja, es ist kein Problem, wenn du dich von deiner besten Seite zeigst, etwas anderes wäre ungewöhnlich. Allerdings solltest du keine Interessen vorspielen, die du überhaupt nicht hast. Denke daran, dass du möglicherweise die nächsten Jahre in der WG leben willst. Wohlfühlen kannst du dich nur dort, wo der Vibe passt.
  • Lass dir die Wohnung komplett zeigen. Klingt banal, aber einige zeigen dir wirklich nur dein Zimmer. Zumindest die Gemeinschaftsräume solltest du dir zusätzlich zeigen lassen. Insbesondere, wenn dir ein gewisses Maß an Sauberkeit wichtig ist. Wie es damit aussieht, wirst du nur bei den Gemeinschaftsräumen erfahren.
  • Sei offen. Ich weiß, dass gerade introvertierte Personen ein Problem mit Situationen wie einem WG-Casting haben können. Der Grundsatz lautet deshalb, versuche so offen und locker wie möglich zu sein. Stellst du fest, dass ihr übereinstimmende Interessen habt, baue gerne darauf auf. Sowas bleibt im Gedächtnis. Schließlich möchten deine zukünftigen Mitbewohner auch jemanden, der zu ihnen passt.
  • Umgebung nicht außer Acht lassen. Bei diesem Punkt meine ich nicht die Lage an sich, sondern den „Vibe“. Studentenviertel sind in anderer Hinsicht lebhaft als familiengeprägte Viertel. Ebenso kannst du damit rechnen, dass gerade im Sommer auch nachts draußen Leute unterwegs sind. Frage also ruhig nach, wie das Viertel tickt.
  • Grundlegende Punkte klären! Für viele ist eine WG das erste Mal, dass sie mit anderen Personen als ihrer Familie zusammenleben. Gerade deshalb ist es wichtig, grundlegende Punkte zu klären. Darunter fallen etwa Putzstandards, Lebensrhythmus und Umgang mit Besuch. Spare dir den Ärger, der ansonsten später entstehen könnte.

Auf ins WG-Leben

Damit beende ich meinen kleinen Einsteiger-Guide ins WG-Leben. Dir viel Erfolg bei deiner WG-Suche. Ich drücke die Daumen, dass deine Traum-WG dabei ist.

Bis dahin,

Pauline

Kategorien: BlogUni-Alltag

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